
Kurz vor Anstoß nieselt es noch einmal über der Oaklane, dann ist Ruhe. Die Flutlichtmasten gehen an, der Himmel bleibt bedeckt bei knapp achtzehn Grad, und zum ersten Heimspiel der neuen Saison steht mehr Publikum am Rand als sonst an einem gewöhnlichen Freitagabend. "Endlich wieder Heimspiel!!", tippt Kevin am Ticker in Großbuchstaben in die Gruppe - und noch bevor die Uhr die zweite Minute erreicht, sieht man, dass er es ernst meint.
Ein Dutzend Chancen, ein Zufallstor
Was folgt, ist zwanzig Minuten lang dieselbe Geschichte: Druffel drückt, Varensell steht nur daneben. Justin scheitert aus der zweiten Reihe am Torwart, Förster setzt einen Distanzschuss knapp vorbei, Böttcher bedient Ben mit langen Bällen, die immer wieder knapp am Ziel vorbeigehen. Eigentlich müsste hier längst mehr als nichts auf der Anzeigetafel stehen. Eigentlich.
Dann, in der 18. Minute, hilft der Zufall nach: Justins Abschluss wird geblockt, der zweite Ball fällt Mark vor die Füße, und der macht kurzen Prozess. 1:0. Sechs Minuten später bringt der Ticker die Lage auf den Punkt: "Varensell ist bis jetzt noch gar nicht im Spiel drin."
Gianni macht den Unterschied
Der Unterschied an diesem Abend trägt einen Namen: Gianni Antonacci, der sich in der 32. Minute den Ball von Sven holt, eine verrückte Roulette hinlegt, die den Verteidiger stehen lässt, und die Murmel aus gut 25 Metern ins Netz zirkelt. 2:0 zur Pause, und der Rest der ersten Halbzeit plätschert dahin wie ein Spiel, das eigentlich schon entschieden ist, nur der Spielstand hat es noch nicht ganz begriffen.
Nach der Pause bleibt das Muster bestehen, nur die Tore fehlen eine Weile. Luca und Böttcher probieren es aus der Distanz, Justin scheitert am Freistoß und an der Mauer, Sven köpft eine Ecke knapp am Torwart vorbei, Phil wird aus 30 Metern gehalten. Kreisliga kennt diese Phase: Das Ergebnis ist längst entschieden, aber der Spielstand bleibt geizig.
Bis Böttcher in der 86. Minute erneut den langen Ball schlägt, Ben in die Mitte ablegt und dort wieder Gianni steht, der nur noch einschieben muss: 3:0. Sein Doppelpack ist damit perfekt, seine Arbeit aber noch nicht getan. In der 92. Minute setzt er sich außen durch, spielt quer in die Mitte, und Eddy schiebt zum 4:0-Endstand ein.
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Vier Tore, ein Doppelpack plus Vorlage von Gianni, und ein Gegner, der an diesem Freitagabend nie richtig ankam. So beginnt eine Saison, wie man sie sich unter Flutlicht wünscht.



