
Manchmal braucht es keine großen Worte, sondern nur einen Blick auf die Tabelle, um die Geschichte dieses Spiels zu erzählen: 38 Punkte auf Seiten von SW Sende III, gerade einmal 10 Zähler bei der Druffeler SG II. Tabellenzweiter gegen Kellerkind. Eigentlich eine klare Angelegenheit. Eigentlich.
Doch an diesem Sonntagvormittag in Sende zeigte sich einmal mehr, dass die Kreisliga ihre ganz eigenen Gesetze schreibt. Druffel trat mit elf Mann an – und mit einer Haltung, die man so in dieser Deutlichkeit nicht unbedingt erwarten durfte. Von Beginn an war das Spiel ausgeglichen, zweikampfbetont und geprägt von einer Defensive, die ihren Job machte wie ein altgedienter Platzwart: zuverlässig, unaufgeregt, gründlich.
Das 0:0 zur Pause war deshalb keine Überraschung, sondern die logische Konsequenz eines konzentrierten Auftritts. Und auch nach dem Seitenwechsel blieb Druffel stabil, organisiert und plötzlich auch mutig nach vorne.
In der 62. Minute dann der Moment, der selbst den kühnsten Optimisten kurz innehalten ließ: Kai S. bekommt die Murmel mustergültig vorgelegt, steht plötzlich frei vor dem Tor – und bleibt eiskalt. 1:0 für Druffel. Der Außenseiter führte, und das nicht unverdient.
Doch wie es in solchen Spielen oft läuft, ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Nur wenige Minuten später zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt – Handspiel, Elfmeter für Sende. Der Ausgleich zum 1:1 war die Folge, fast schon zwangsläufig, aber dennoch ein kleiner Stich ins Druffeler Fußballherz.
Die Schlussphase hatte dann noch eine dieser Geschichten parat, die man später gern weitererzählt: Trainer Thomas Trendelbernd wechselt sich selbst ein, bringt frischen Wind – und eine Ecke, die beinahe zum Heldenmoment getaugt hätte. Doch der Ball segelte durch den Strafraum, ohne den entscheidenden Abnehmer zu finden.
So blieb es beim 1:1. Ein Ergebnis, das auf dem Papier unspektakulär wirkt, sich für die Druffeler SG II aber wie ein kleiner Sieg anfühlt. Weil man dem Tabellenzweiten nicht nur standgehalten, sondern ihn über weite Strecken des Spiels vor echte Probleme gestellt hat.
Zehn Punkte gegen 38 – und am Ende ein Remis.



