Die Jugend verabschiedet sich in die Sommerpause
Die Jugend verabschiedet sich in die Sommerpause

Die Jugend verabschiedet sich in die Sommerpause

Zelte auf dem Rasen, Trillerpfeifen im Ohr und ein Achtelfinale, das nie kam - die Druffeler Jugend hat sich mit einem ganzen Wochenende an der Oaklane in die Sommerpause verabschiedet.

Der Himmel über der Oaklane hängt an diesem Samstag grau und tief, ein böiger Wind zerrt an den Werbebannern, und trotzdem riecht es nach Sommer: nach Grillrauch, nach Sonnencreme, nach nassem Rasen. Am Rand des Platzes stehen die ersten Zelte, dazwischen wuseln Kinder in Trikots der Nationalmannschaft, als hätte jemand die komplette WM-Kollektion über die Oaklane ausgekippt. Die gesamte Jugendabteilung, Fußballerinnen und Fußballer wie Tänzerinnen und Tänzer, hat sich für ein ganzes Wochenende einquartiert. Saisonabschluss auf Druffeler Art heißt eben nicht: einmal Hand geben und nach Hause. Es heißt: bleiben.

Zelten, grillen, toben

Zweiundzwanzig Grad, bedeckt, windig, aber trocken. Für ein Zeltfest ist das der halbe Sieg, denn Regen ist beim Zelten der einzige echte Gegner, und der blieb den ganzen Tag weg. Also lief das Programm, wie es sich die Jugend gewünscht hatte: Am einen Ende der Wiese fliegen die Bälle auf eine aufblasbare Dart-Scheibe, ein paar Meter weiter kämpfen sich Kinder unter einer Limbo-Stange durch, daneben türmt jemand Holzklötze zu einem Turm, der genau so lange hält, bis das nächste Kind die Trillerpfeife bläst. Es ist die Sorte Nachmittag, an dem niemand auf die Uhr schaut.

Ein eigenes Kapitel bekam die selbstgebastelte "Schatz-Kiste": ein bemalter Karton mit DSG-Wappen, Fußballfeld und einem stolzen "TEAM"-Schriftzug, den eine ganze Traube barfüßiger Kinder quer über den Platz schleppte, als hinge das Vereinsvermögen daran. Dazu das Grillbuffet an der Bierbank, Pommes mit Mayo auf Papptellern, Wurst, dazwischen der Klassiker des Tages: Kinder gegen Eltern. Wer zuletzt gepustet hat und wer gewonnen hat, bleibt an dieser Stelle diplomatisch offen.

Der Abend, der anders kam

Der große Plan für den Abend war eigentlich das Achtelfinale der Deutschen gegen Frankreich, gemeinsam auf der Leinwand im neuen Sportheim. Eigentlich. Am Ende kam das Spiel nicht wie gedacht, und ausgerechnet an dem Wochenende, an dem halb Druffel im DFB-Trikot herumlief, fiel das Public Viewing ins Wasser. Vermisst hat es trotzdem kaum jemand. Drinnen an der Theke wurde es voll und laut, draußen übernahmen Tanzchallenge und Minidisco die Regie, und die Kleinsten hatten ohnehin längst ihr eigenes Turnier laufen.

Und dann tat der Himmel den Kindern noch einen Gefallen: Was tagsüber grau und windig war, riss zur Nacht auf. Klare Luft, ein paar Sterne, das Flutlicht, das lange Schatten über den Rasen warf. Genau richtig für die Nachtwanderung, bei der kleine Laternen am Zaun entlang durch die Dunkelheit wackelten. Wer je mit einem Sechsjährigen im Schlepptau nachts über einen Sportplatz gestapft ist, weiß: Das sind die Bilder, die von so einem Wochenende hängen bleiben.

Abschiede und ein Neuanfang

Zwischen all dem Trubel gab es aber auch einen leisen Moment. Die B-Mädels trainierten unter Sonja Trendelbernd und Jutta Rosenthal ein letztes Mal im schwarz-weißen Trikot, bevor sich ihre fußballerischen Wege trennen. Danke für alles, ihr beiden. Solche Abschiede gehören zum Vereinsleben dazu, auch wenn sie zwischen Grillrauch und Minidisco kurz die Kehle eng machen.

Ganz anders die Nachricht von der D-Jugend: Die Spielgemeinschaft mit Bokel II hat ihre Gruppe mit großem Abstand gewonnen und geht im kommenden Jahr als "echte" JSG Bokel-Druffel an den Start. Bemerkenswert vor allem deshalb, weil die Nachbarn, die man in Druffel sonst höchstens "Okel" nennt und die man an Derby-Sonntagen liebend gern ärgert, ab sofort feste Teamkollegen sind. Starke Leistung, und ein schöner Beweis, dass die alten Grenzen im Jugendfußball manchmal die ersten sind, die fallen.

Danke und bis nach der Pause

Während die Zelte noch trockneten, liefen die Vorbereitungen für die Spielzeit 26/27 längst auf Hochtouren. Bis auf ein paar kleinere Baustellen stehen die Trainerteams und Mannschaften bereits, gestartet wird im August und September. Bleibt der wichtigste Teil: Danke an alle Organisatoren, an die Trainerinnen und Trainer und an die vielen helfenden Eltern, ohne die aus einem Sportplatz kein Zeltplatz und aus einem Saisonende kein Fest wird.

Jetzt erst mal Sommerpause. Und dann knüpfen wir genau dort wieder an, wo die Laternen ausgegangen sind.