
Über der Oaklane hing am Sonntagmittag noch der Dunst des Vormittagsgewitters. Eine gute Stunde vor dem Anpfiff hatte es geblitzt und geschüttet, zum Anstoß blieb schwüle, graue Luft über dem Platz, gut zwanzig Grad, kein Sonnenstrahl, dafür ein böiger Wind, der die Banner an der Bande flattern ließ. Letzter Spieltag, die Sommerpause schon zum Greifen nah - und die Druffeler Zweite hatte sich für den Abschied das wildeste Drehbuch der Saison aufgehoben.
Erst der Doppelschlag, dann das ausgezogene Trikot
Es dauerte ganze fünf Minuten, bis es zum ersten Mal klingelte. Erster Abschluss der Schwarz-Weißen, erster Treffer: Davide Cucciarre stand richtig und schob zum 1:0 ein. Der Jubel war kaum verklungen, da hatte Wiedenbrück die passende Antwort parat - ebenfalls mit dem allerersten Schuss des Tages. 6. Minute, 1:1, und an der Bande fragte man sich kurz, ob das so weitergeht.
Tat es nicht. Stattdessen glänzte vor allem einer: Louis im Druffeler Tor. Er pflückte die Wiedenbrücker Abschlüsse herunter, lenkte einen Freistoß über die Latte und stand immer wieder im Weg. "Louis ist heute einfach stark", notierte der Live-Ticker trocken. Die Gäste trafen in dieser Phase gleich zweimal nur das Aluminium, auch Kai köpfte auf der Gegenseite an die Latte - und dann schlugen die Schwarz-Weißen eiskalt zu: 33. Minute, Davide zog nach innen und versenkte zum 2:1.
Kurz darauf die skurrilste Szene des Tages. Ein Wiedenbrücker wollte sich auswechseln lassen und zog dafür schon mal mitten auf dem Platz sein Trikot aus. Der Schiedsrichter wertete das als unsportlich, Gelb, die zweite, macht Gelb-Rot. Ab der 36. Minute spielte Druffel gegen zehn Mann, mit 2:1 ging es in die Kabine.
Ein Hammer aus dreißig Metern und ein Dreierpack
Nach der Pause kippte das Spiel endgültig. In der 70. Minute drehte sich Kilian Wördekemper im Strafraum auf und schob zum 3:1 ein. Drei Minuten später der Moment für die Zeitlupe: Mathis Lütkehellweg lud aus gut dreißig Metern ab, und der Ball flog genau in den Knick. 4:1, das Tor des Tages. Den Schlusspunkt der Gala setzte erneut Davide - Torsten schickte ihn auf die Reise, allein vor dem Keeper blieb er cool und vollendete zum 5:1. Drei Tore, ein lupenreiner Dreierpack, der Mann des Spiels war gefunden.
Wiedenbrück gelang in der 85. Minute noch das 5:2, ehe Kilian den Deckel draufmachte - so beiläufig, dass es im Ticker nur hieß: "Keiner hat es mitbekommen, aber Kilian macht sein zweites Tor." 6:2, Schlusspfiff, ein Sieg ohne jeden Zweifel.
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Es war nicht die Saison der großen Zahlen für Druffels Zweite, am Ende steht Rang zehn mit mehr Niederlagen als Siegen. Aber so einen letzten Spieltag nimmt man gern mit: sechs Tore, ein starker Keeper und ein 30-Meter-Hammer als Gruß in die Sommerpause.

