
Grau und schwül hängt der Nachmittag über der Oaklane, als zum letzten Heimspiel der Saison der frischgebackene Meister zu Gast ist. Gut zwanzig Grad, beim Anpfiff um drei fällt ein kurzer Tropfen, und über dem Sportheim grummelt ein Gewitter, das den ganzen Nachmittag droht, ohne je richtig loszubrechen. Derby und Topspiel in einem - und am Ende dreht der Tabellendritte die Rangordnung für neunzig Minuten einfach um.
Erst das eigene Tor, dann zwei eiskalte Elfmeter
Der Start ist eine kalte Dusche: Nach fünf Minuten klingelt es im eigenen Kasten, 0:1 für den Tabellenführer. An der Bande fragt man sich kurz, ob das ein langer Nachmittag wird. Wird es nicht. In der 8. Minute läuft Mark allein aufs Tor und wird gelegt, Elfmeter, und Gianni Antonacci legt sich den Ball zurecht und trifft zum 1:1.
Dann beginnt das, was Kevins Ticker zur Running-Gag-Reportage macht: Druffel spielt einmal ums andere in die Mitte, und in der Mitte steht - keiner. Ben in der 16., später Luca, später Mark, immer dasselbe Bild, immer ein Pass auf einen leeren Fleck. Dazwischen brennt es in der 27. richtig: Nach einer Ecke köpft Julien aufs Tor, ein Varenseller klärt mit der Hand auf der Linie. Rote Karte, Elfmeter, und wieder Gianni, wieder eiskalt, 2:1. Ab der 36. Minute spielt der Meister zu zehnt - und selbst mit einem Mann mehr findet Druffel den Nebenmann in der Mitte zunächst weiter nicht. Mit dem knappen Vorsprung geht es in die Pause.
Nach der Pause zieht Druffel davon
Nach Wiederbeginn löst sich der Knoten ausgerechnet über die Mitte, die so lange leer war. In der 53. flankt Nick, und da steht plötzlich doch einer: Mark Juretko steigt am höchsten und köpft zum 3:1 ein. Zwei Minuten später ist er erneut zur Stelle und drückt einen Ball, der über den geschlagenen Torwart springt, zum 4:1 über die Linie. Sein Doppelpack innerhalb von zwei Minuten.
Varensell verkürzt in der 60. per Freistoß auf 4:2, während über der Oaklane das Donnergrollen näher kommt, doch der Meister findet kein Zurück. Fabio hält gegen einen Distanzschuss, und in der 79. setzt Justin Markwart den Schlusspunkt: nach einem Freistoß zieht er aus der zweiten Reihe ab und knallt den Ball mit dem schwachen Fuß zum 5:2 ins Netz. Abpfiff, ein verdienter Sieg gegen den Champion.
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Es war nicht die Saison der großen Zahlen für Druffels Erste, am Ende steht Rang drei. Aber kein Team der Liga hat weniger Gegentore kassiert als die 24 der Schwarz-Weißen, keines eine bessere Tordifferenz als ihre plus 51. Vier Punkte hinter dem Meister, einen hinter dem Zweiten - und zum Abschied ein 5:2 gegen genau den, der oben steht. Manche Tabellen erzählen eben nicht die ganze Geschichte.

