Wenn der Vorsitzende ran muss: Druffel holt sechs Punkte aus dem grauen Sonntag
Wenn der Vorsitzende ran muss: Druffel holt sechs Punkte aus dem grauen Sonntag

Wenn der Vorsitzende ran muss: Druffel holt sechs Punkte aus dem grauen Sonntag

Personalnot bei der Ersten, 0:2-Rückstand bei der Zweiten - und am Ende stehen sechs Punkte für Druffel auf dem Konto. Was für ein Sonntag.

Bedeckt und windig, vierzehn Grad - so ein Sonntag im Mai sieht in Druffel manchmal aus: kein Bilderbuch-Wetter, aber ein aufgewärmter Grill an Edes Eck. Die Zweite lief kurz nach halb eins auf, die Erste um Punkt drei. Und an einem Tag, an dem die Voraussetzungen auf dem Papier eher mäßig wirkten, lief am Ende alles nach Plan.

Improvisation mit Methode: Die Erste schlägt Schloß Holte 3:0

Kader knapp ist Kreisliga. Kader so knapp, dass der Vereinsvorsitzende und der Trainer der Zweiten kurzfristig in den Kader rücken müssen - das ist Druffel im Mai 2026. Jens Himmeldirk, Thomas Trendelbernd und Bernd Steinlage halfen aus, wobei alle erst Ende April den Hermannslauf absolviert hatten. Der Ticker hielt fest, Bernd habe sich "den Einsatz in der Startelf auch echt verdient." Gesagt, gestartet.

Der Beginn gegen den VfB Schloß Holte II war abwartend: Gianni probierte früh aus der zweiten Reihe, der Torwart parierte, auf der anderen Seite hielt Düse - ruhig und konzentriert wie gewohnt - seinen Kasten sauber. Bis Minute 19. Bernd spielte den Ball klug in die Mitte, und Justin schob ihn ins Netz. Der Hermannslauf-Mann als erster Assist des Tages - die Sorte Beteiligung, über die man abends noch spricht.

Kurz nach der halben Stunde dann das 2:0, und es war ein schönes Tor: Böttcher schlug einen langen Ball, der Verteidiger von Schloß Holte wollte klären, machte die Sache aber erst schlimmer, und Mark lupfte die Murmel kühl über den Torhüter hinweg. Zwei zu null, Halbzeit im Griff - auch wenn Colin in der 38. Minute noch einmal auf der Linie rettete und daran erinnerte, dass der Gegner noch da war.

Die zweite Hälfte war eine Mischung aus Chancen und Fehlversuchen: Mark allein vor dem Tor, Gianni per Flanke, Justin per Freistoß - alles vergeben, alles knapp daneben oder gehalten. In Minute 65 vermeldete der Ticker trocken: "Wir lassen gerade ein wenig nach." Kreisliga-Ehrlichkeit, wie man sie liebt. Drei Minuten später machte Gianni das 3:0, nach Vorlage von Mark, und das Spiel war durch.

Was danach kam, gehörte zu den Höhepunkten des Tages: Strate verschoss in Minute 72 einen Elfmeter. In Minute 78 setzte Bernd - nach dem Hermannslauf, wohlgemerkt - aus einem Freistoß zum Fallrückzieher an. Der Ball verfehlte knapp. Eigentlich schade. Eigentlich. Und dann, in der 83. Minute, das Moment für die Vereinschronik: Jens Himmeldirk, Vorsitzender der Druffeler SG, betrat das Spielfeld. Kevin, der Ticker-Chronist, schrieb: "Eine Ehre für mich, dass ich das nochmal erlebe." Das 3:0 war verdient, der Auftritt fast schon Bonus.

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0:2 zur Halbzeit, 3:2 in der Nachspielzeit

Drei Stunden früher hatte die Zweite gegen Preußen Verl ein ganz anderes Problem. Die erste Halbzeit verlief ereignisarm - und endete trotzdem mit 0:2. Verl traf zunächst unhaltbar zum 1:0, Marius war machtlos. Kurz vor der Pause klärte Mathis einen ersten Abschluss noch von der Linie, doch den zweiten konnte niemand mehr verhindern. Null zu zwei. Grauer Himmel, grauer Stand.

Was die Zweite in der zweiten Hälfte daraus machte, war eine dieser Antworten, die man sich merkt. In Minute 66 spielte Kai von außen in die Mitte, Torsten schob mit ruhiger Hand zum 1:2 ein - kein hektischer Schuss, sondern die Sorte Treffer, die sagt: wir sind noch da. Druffel drückte weiter, Verl konterte, Marius parierte, und die Partie wogte hin und her. Dann, in Minute 85, passierte das, was eigentlich nicht passieren soll: der Torwart von Verl wollte klären und spielte den Ball direkt Davide in den Fuß. Davide dachte nicht lange nach. 2:2 - und die Oaklane stand einen Moment lang ganz still.

Minute 92. Langer Ball. Torsten verlängerte klug weiter, Davide lief allein aufs Tor, schoss - der Keeper hielt noch einmal. Aber den Nachschuss spielte Davide quer, und Lukas schob ein. 3:2. Nachspielzeit. Endstand. Kevin schrieb: "Druffel gewinnt verdient mit 3:2." Wer die erste Halbzeit gesehen hatte, hätte das so nicht unterschrieben.

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Sechs Punkte. Zwei Geschichten. An der Theke im Sportheim gibt es heute Abend mindestens zwei Themen: was es bedeutet, wenn der Vorsitzende die Stiefel schnürt - und was die Zweite im Kopf hat, wenn nach neunzig Minuten noch nichts entschieden ist.