Sechs Punkte unter grauem Himmel: Druffels Senioren gewinnen das Doppel an der Oaklane
Sechs Punkte unter grauem Himmel: Druffels Senioren gewinnen das Doppel an der Oaklane

Sechs Punkte unter grauem Himmel: Druffels Senioren gewinnen das Doppel an der Oaklane

Schwüle 24 Grad, böiger Wind, ein bedeckter Maihimmel - der Druffeler Heimsonntag liefert Wetter zum Diskutieren und Fußball zum Mitnehmen. Zweimal angepfiffen, zweimal gewonnen, sechs Punkte für die Schwarzen.

Es gibt diese Maitage, an denen die Oaklane die Stimmung schon vor dem ersten Anpfiff vorgibt: dunstiger Himmel, böige Spitzen über dem Sportheim, im Hintergrund das ferne Klimpern eines Bierkastens, der über die Bordsteinkante getragen wird. Wer schon zur Mittagsschicht da war, sah Edes Eck offen, Bratwurstrauch zog quer über den Platz, und an der Bande wurde diskutiert, ob man bei der Schwüle eher Apfelschorle oder doch direkt das erste Bier nimmt. Was viele am Ende dieses Sonntags zur Theke trugen, lässt sich kürzer zusammenfassen, als das Wetter ahnen ließ: zweimal angepfiffen, zweimal gewonnen.

Effizienz unter Druck: Die Erste arbeitet sich zum 2:0 gegen Clarholz III

Anstoß um drei, der Wind hat zugelegt, der Himmel klebt grau über der Oaklane. Düse zwischen den Pfosten, davor die übliche Mischung aus Routiniers und jüngeren Beinen - eine Elf, der man ansieht, dass sie sich auf einen langen Nachmittag eingestellt hat.

Die ersten zwanzig Minuten gehören dem Tasten, beiden Mannschaften, dem Wind. Clarholz wagt sich in der 12. nach vorne, schiebt die Murmel knapp am Tor vorbei und scheint sich selbst nicht ganz schlüssig, ob das eine Botschaft sein sollte. Nicks Freistoß drei Minuten später ist niedrig und scharf, der Keeper hält ohne Drama. Dann arbeitet Druffel sich erstmals durch das Mittelfeld, Ben flankt mustergültig auf Noel, und Noel hat genau diesen Sekundenbruchteil zu wenig, in dem aus einem Kopfball ein Tor wird. In der 32. steht die Luft kurz still: Latte, Klatsch, geklärt. Düse atmet aus, lacht halb, weiter geht's.

Eine Minute später passt es. Mark zieht über außen davon, sieht in der Mitte Ben, und Ben schiebt den Ball ins Tor. Die Sorte Treffer, an der man die Saison erkennt: zwei Bewegungen, ein Ergebnis. Was danach passiert, ist eher Pech als Plan. Justin in der 40. mit dem Pass nach innen, Tim trifft den Pfosten - im Sportheim wird man gleich die Tonlage hören, in der über solche Pfostenbälle eine ganze Bratwurst lang diskutiert wird. Halbzeit, ein dünner Vorsprung, der nicht zum Spielverlauf passt.

Zweite Halbzeit, der Wind schiebt die Wolken schneller über das Spielfeld, im Sportheim klirrt schon das erste Glas. Phil bringt einen Einwurf so gefährlich auf den Kasten, dass der Torhüter zur Ecke abklären muss. Zwei Minuten später kommt Düse zu seiner stillen Hauptrolle des Tages: eine gute Clarholzer Chance, festgehalten, kurz mit dem Ärmel über die Stirn, weiter geht's. Was Druffel danach versucht, scheitert mit jener Beharrlichkeit, die Saisonfinale ausmachen. Justin aus der zweiten Reihe mit dem schwachen Fuß: festgehalten. Janis verlängert auf Witte: festgehalten. Justin schickt Mark: festgehalten. Es ist einer dieser Nachmittage, an denen ein Torhüter den eigenen Spielfilm schreibt. Böttcher köpft in der 80. nach Ecke übers Tor, Till versucht's aus der Distanz, Mark läuft in der 92. allein aufs Tor zu und legt zu schwach quer - und in Edes Eck sind die Diskussionen längst beim "Was wäre wenn" angekommen.

Bis das, was lange nicht fallen wollte, in der 96. doch fällt. Konter aus dem Nichts: Witte schickt durch die Mitte, Mark drückt rein, und der Druffeler Anhang an der Bande findet plötzlich Worte. 2:0. Auspusten, ausschütten, ausziehen. Das Bild auf der Bierbank danach erzählt den Rest besser, als es ein Schlusssatz könnte.

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Drehbuch in der Mittagsschicht: Die Zweite kommt zurück gegen Langenberg-Benteler III

Anstoß 12:30, die Sonne reißt zwischendurch ein Loch in die Wolkendecke, der Wind weht warm. Wer den ersten Pfiff sehen wollte, musste pünktlich sein - Kevin am Ticker rutscht in der 5. Minute rein und gesteht es offen, was der Charme dieser Reportage ausmacht: Druffel ist auch dort echt, wo es eigentlich nicht sein dürfte.

Die Zweite startet aktiv, mit der Mischung aus Frühschicht-Ehrgeiz und der leisen Erwartung, dass das hier kein Selbstläufer wird. Erster Druffeler Versuch in der 7., gehalten. Zwei Minuten später setzt Lukas sich im Mittelfeld durch, bedient Kai, der von der Seite in die Mitte zieht - und im Strafraum hängt jener Sekundenbruchteil, der über Tor und Nicht-Tor entscheidet. Nicht-Tor heute. Was dann in der 13. passiert, ist die ärgerlichste Sorte Gegentor: erster Schuss aufs Tor, sofort drin. 0:1, und an der Bratwurstbude kippt die Stimmung für genau eine Minute.

Druffel reagiert, ohne zu reißen. Kai zielt in der 15. zu hoch, Louis hält in der 20. einen Langenberger Versuch sicher, eine Druffeler Ecke um die halbe Stunde wird im Anflug geklärt. Dann, als die Halbzeit schon bremst, der Elfmeter in der 43. - und Eddy verschießt. Es ist die Sorte Moment, an der sich an der Theke die Stimmlage von "Mensch, schade" zu "aber bitte jetzt nicht" verschiebt, und an dem mancher heimlich auf Mannschaften wartet, die genau jetzt brechen.

Diese hier bricht nicht. Zwei Minuten später steht es 1:1, der verdiente Ausgleich. Pause.

Was nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit passiert, hat Lehrbuchqualität. Erster Angriff, Jonas schlenzt den Ball aus zwanzig Metern halbhoch ins Tor. 47. Minute, 2:1, und auf der Tribüne setzt sich jemand wieder hin, der gerade eigentlich noch fluchen wollte. Mathis köpft in der 53. nach einer Ecke übers Tor - die Sorte Kopfball, die sich später als "wir hätten verdient gehabt zu erhöhen" wiederfindet. Langenberg taucht um die 70. erstmals wieder offensiv auf, ohne Folgen. Ab der 78. wird es hitzig, und der Schiedsrichter, schreibt Kevin trocken, hat das Spiel "gar nicht unter Kontrolle" - Kreisliga-Ehrlichkeit, wie man sie kennt. Druffel schießt in der 90. drüber, Louis fängt in der 93. einen langen Ball weg, bevor Kilian in der 95. den Deckel drauf macht: ein Zusammenspiel kurz vor dem 16er, der Ball rutscht ins Tor. 3:1, abgepfiffen, verdient.

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Bilanz an der Theke

Bleiben sechs Punkte, zwei Heimspiele, ein schwüler Sonntag, dem man am Ende doch gerne hinterhergewinkt hat. Die Erste hat ihren Sieg im Wartestand verdient: Düses Ruhe hinten, Marks Auftritt auf beiden Seiten der Tore und ein 2:0, das in der 96. fiel und sich anfühlte, als wäre es den Nachmittag über reif geworden. Die Zweite hat zurück in ein Spiel gefunden, das nach dreizehn Minuten kippte und sich nach fünfundvierzig schon wieder offen anfühlte. An der Theke wird heute über drei Sachen geredet: Pfostenpech, Schiedsrichterhandwerk und Eddys Elfer. Und über das, was am wenigsten einer Erklärung bedarf - dass zwei schwarze Mannschaften an einem Druffeler Maitag das Selbstverständlichste getan haben, was man auf der Oaklane tun kann.